...mein kleiner süßer Autist und unsere Hunde!

 

Schon früh bemerkten wir, dass mit Benjamin (meinem jüngeren Sohn) etwas nicht stimmt. Eine Freundin von mir, ihrerseits Diplompsychologin, meinte eines Tages : “Bitte sei mir jetzt nicht böse aber ich habe Benni nun schon sehr oft beobachten können und es ist mir aufgefallen, dass er “autistische Züge” zeigt (zu diesem Zeitpunkt war Benni schon 3 Jahre alt, was allerdings bzw. glücklicherweise sehr früh ist um Autismus zu erkennen bzw. als solches zu diagnostizieren). Natürlich war ich ihr nicht böse, wo ich doch selbst schon lange merkte, dass Benni anders ist als andere Kinder.

Die endgültige Diagnose erhielten wir dann noch im selben Jahr vom “Autismus Therapie Institut” in Langen. Leider hat Benjamin sich dort von Anfang an extrem verweigert, so dass eine Therapie dort unmöglich war. Einen Monat später dann bekamen wir einen Termin im KINZ in Mainz und sind seit dem dort. Benjamin fühlt sich dort sichtlich wohl, was uns alle sehr freut aber noch wichtiger....ihm hilft!!!

Jetzt gehe ich mal eineinhalb Jahre zurück. Benni war gerade mal 1,5 Jahre alt, als wir uns entschlossen, einen Hund in unsere Familie mit aufzunehmen. Bonny kam ein paar Wochen später zu uns. Benni ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelaufen, sondern nur gekrabbelt. Bonny sah ihn immer als ein Geschwisterteil an......sie spielte mit ihm und zog ihn am T-Shirt (beispielsweise) durch´s Wohnzimmer. Ich unterband dies natürlich immer (das durchs Zimmer ziehen), doch Benni hatte damit offensichtlich keinerlei Probleme. Ich muss dazu sagen, Benni hat eine sehr hohe Schmerzgrenze, er spürt kaum Schmerz.

Außerdem beobachtete ich, dass Benni es genoss wenn Bonny so mit ihm spielte oder überhaupt bei ihm war, er war dann sehr ruhig, ja sogar ausgeglichen.

Benni hatte zudem Neurodermitits. Alle sagten mir anfangs: “Wie könnt ihr nur einen so großen Hund holen, mit so viel Fell.....das arme Kind mit seiner Neurodermitis”. Sie sollten eines Besseren belehrt werden, denn nach 14 Tagen - 3 Wochen wurden die Ausschläge auf Benni´s Körper immer weniger, bis eines Tages nur noch ein Fleck, in Form eines Herzens, auf seinem Oberschenkel zu sehen war. Ab diesem Zeitpunkt hatte Benni nie wieder irgendwo Zeichen von Neurodermitis und das “obwohl” bzw. gerade weil er täglich mit Bonny zusammen war und dies sehr intensiv.

Auch für seinen Autismus war Bonny die beste Therapie, denn: “Sie war immer für ihn da, legte sich in sein Zimmer, er legte sich an ihren Bauch und schlief ein. So lange er schlief bewegte sich Bonny keinen Millimeter. Sie fragte ihn nichts, er musste ihr nie in die Augen schauen, sie verlangte einfach nie etwas von ihm, sondern war einfach stets für ihn da....sie gab ihm genau das wozu ein Mensch nicht in der Lage war.

Dank Bonny hat Benni schon relativ früh gute Fortschritte gemacht. Natürlich gilt dies auch für seine Therapie, zu der er schon seit seinem 3ten Lebensjahr geht. Auch dort hatten wir Bonny sehr oft dabei und immer wieder hat sie viel bewirkt für die anderen behinderten Kinder.....sie wurde zwar nie als Therapiehund ausgebildet, erfüllte mit ihrer Art aber genau diesen Zweck!

Als Bonny dann starb, war dies sehr schwer für Benni zu akzeptieren...es war einfach nur eine schreckliche Zeit für ihn und natürlich auch für uns. Benni zog sich für eine geraume Zeit wieder ganz in sich zurück. Bonny war ein Hund, den ich mit Worten nicht beschreiben kann. Man hat sie kennen müssen, um zu wissen, wie sie war. Einfach nur GENIAL.

“Zum Glück” waren als Bonny starb bereits Chelsea & Milow bei uns. Sie halfen Benni und uns über diesen schrecklichen Verlust hinweg. Benni ist sehr oft und vor allem super gerne mit unseren Hunden zusammen. Sie geben ihm die Ruhe, die er im “normalen” Leben nicht finden kann. Er nimmt die Hunde mit in “seine Welt” und genießt einfach nur ihre Anwesenheit.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass Benni mit den Hunden auf seine Weise kommuniziert und sie auch versteht.....es ist immer wieder faszinierend mit anzusehen wenn Benni mit den Hunden zusammen ist und sie “miteinander reden”.

Jedesmal überkommt mich eine Gänsehaut...im positiven Sinne!

Hiermit möchte ich mit zum Ausdruck bringen, was Hunde bewirken können. Sie haben meinem Sohn Benjamin geholfen ein großes Stück aus sich heraus zu kommen.